Idee: Das mitgelieferte Linpus durch ein Debian System ersetzen. Dabei soll der Kernel des Linpus Systems weiter genutzt werden, um den Konfigurationsauswand auf das allernötigste zu minimieren.
Dieses HowTo läßt sich, in leicht abgewandelter Form, auch auf andere Distributionen anwenden.
Zu Anfang den Original Linpus Kernel sichern, schließlich funktioniert bei Linpus hardwaremäßig alles und das soll es ja auch weiterhin. Um den Kernel zu sichern einfach das Verzeichnis /lib/modules/* mit den Modulen, sowie das Kernelimage /boot/bzImage auf einen USB-Stick etc. kopieren. Außerdem bietet es sich an die X Konfiguration ebenfalls zu übernehmen, dazu muss die Datei /etc/X11/xorg.conf gesichert werden, desweiteren ist es gut im BIOS des Acer die D2D Option auszuschalten.
Jetzt kann die Debian Installation von USB-Stick vorbereitet werden. Dazu muss zunächst der Stick formatiert und bootbar gemacht werden. Beispielsweise so (USB-Stick an /dev/sda):
FAT Partition anlegen und boot-Flag setzen.
# cfdisk /dev/sda
Formatieren und Master Boot Record schreiben.
# mkdosfs /dev/sda1
# syslinux /dev/sda1
# mount /dev/sda1 /mnt
Mounten und Datei syslinux.cfg anlegen mit folgendem Inhalt:
default vmlinuz
append initrd=initrd.gz ramdisk_size=10240 root=/dev/rd/0 devfs=mount,dall rw DEBCONF_PRIORITY=medium
Von ftp://ftp.debian.org/debian/dists/stable/main/installer-i386/current/images/hd-media folgende Dateien auf den Stick kopieren:
vmlinuz
initrd.gz
Und http://cdimage.debian.org/debian-cd/4.0_r4/i386/iso-cd/debian-40r4-i386-netinst.iso ebenfalls auf den Stick kopieren und in netinst.iso umbenennen.
Von diesem Stick nun das Netbook booten, falls es nicht klappt nochmal lilo den mbr auffrischen lassen, dann sollte es gehen.
# /sbin/lilo -M /dev/sda
Der Debian-Installer führt jetzt durch den Installationsprozess. Bei der Partitionierung ext2 und keine swap wählen (nur bei der SSD Version). Wahrscheinlich wird die Netzwerkkarte nicht erkannt, das ist nicht weiter schlimm, schließlich nehmen wir ja später den alten Kernel. Wenn die Installation abgeschlossen ist, das Neue System booten und die Datei bzImage nach /boot/ kopieren und /boot/grub/menu.lst um folgenden Eintrag erweitern:
title Debian/GNU - Linpus Kernel
root (hd0,0)
kernel /boot/bzImage root=/dev/sda1 ro
Außerdem müssen noch die gesicherten Module nach /lib/modules kopiert werden.
Nach einem Reboot können weitere Pakete nachinstalliert werden, jetzt kommt i.d.R. auch der Einsatz der xorg.conf.
Damit der rechte Card-Reader funktioniert muss in die Datei /etc/modules der Eintrag pciehp eingefügt werden und um das die WLAN Karte zu aktivieren könnte die Datei /etc/network/interfaces etwa so aussehen bzw. verändert werden:
#/etc/network/interfaces
auto lo eth0 wifi0
iface eth0 inet dhcp
iface wifi0
pre-up wlanconfig ath0 create wlandev wifi0 wlanmode sta
Und falls NetworkManager installier werden soll, sollten die letzten 2 Zeilen durch folgende Zeile ersetzt werden:
iface wifi0 inet dhcp
Der letzte Punkt betrifft noch die langsamen Schreibzugriffe auf die SSD. Hierzu sollen Verzeichnisse auf die oft geschrieben wir in eine Ramdisk gemountet werden. Dazu wird die /etc/fstab in folgender Weise modifiziert:
#/etc/fstab
proc /proc proc defaults 0 0
/dev/sda1 / ext2 noatime,nodiratime,errors=remount-ro 0 0
tmpfs /tmp tmpfs defaults,noexec,nosuid 0 0
varlog /var/log tmpfs mode=1755 0 0
varrun /var/run tmpfs mode=1755 0 0
varlock /var/lock tmpfs mode=1755 0 0
In meinem Fall hab ich jetzt ein Debian mit KDE-Desktop, Kontact, OpenOffice, Opera, Skype, showFoto, … welches nach ~30s booten arbeitsbereit ist und ca. 1,5GB belegt. Audio, Video, Card-Reader, WLAN und Ethernet, Suspend to ram (S3) liefen auf anhieb. Denkbar ist natürlich (fast) alles, was ihr wollt. Das „ausleihen“ des Kernels funktioniert natürlich auch bei allen anderen Distributionen und erspart so manchen Ärger, bietet allerdings nicht die flexibilität eines „selbstgebackenen“ Kernels.
Viel Erfolg!
Unter http://wiki.debian.org/DebianAcerOne findet sich eine Beschreibung, die den Original Acer kernel ersetzt. Die auftretenden Probleme der Hardware werden individuell gelöst. Hier kann man auch nachlesen, wie verschiedene Geräte optimal eingerichtet werden.
Die auf dieser Seite oben beschriebene Installation besitzt den Vorteil, dass die Hardware auf Anhieb läuft. Der alternative Link ist also hautsächlich empfehlenswert, um das System nach und nach vollständig auf Debian umzustellen.
apt-get install network-manager network-manager-kde less /usr/share/doc/network-manager/README.Debian Vorteil: wpa_supplicant muss nicht mehr manuell konfiguriert werden.
apt-get install wpasupplicant wpagui zless /usr/share/doc/wpasupplicant/README.*. es emfiehlt sich update_config=1 zu setzen, jedenfalls solange bis mal alles laeuft. Vorteil: bringt nicht tonnenweise Bibliotheken mit. kann konfiguriert werden: Fuegt sich in die debian-netzwerk-konfiguration ein.