====== Einbau einer 2.5"-SATA-Festplatte in den A110 ====== Entgegen einiger Ansichten ist der Einbau einer 2.5"-SATA-Festplatte ohne weiteres möglich. Es muss lediglich klar sein, dass es im Unterteil des A110 etwas enger zugeht als im A150. Ebenso sicher ist, dass der Umbau die Herstellergarantie kostet, aber das ist bei den meisten Modifikationen ohnehin der Fall. Der Geschwindigkeits- und Platzgewinn sind schon enorm und das Preis-/Leistungsverhältnis einer Standard-SATA-Platte ist im Vergleich zu den meisten Alternativen unschlagbar. Vorab: Keine Angst, sieht viel schlimmer aus, als es ist. Alles in allem ungefähr 1-2 Stunden Arbeit. Nehmen Sie sich bitte die Zeit, die Anleitung gründlich und komplett zu lesen und den Umbau zu durchdenken. Auch eine Gegenrecherche ist durchaus nicht übertrieben, bevor man anfängt. --- Der A110 verfügt - von ein paar Kleinigkeiten abgesehen - über das gleiche Mainboard wie der A150. Das beinhaltet natürlich, dass auch das SATA-Interface schon vorhanden ist und mit ein paar einfachen Lötvorgängen betriebsbereit gemacht werden kann. Benötigt wird: * Lötkolben, Lötzinn, Lupe * handelsübliches SATA-Kabel, nach Möglichkeit nicht vergossene Stecker * oder alternativ: Orginal-Stecker zum Direktverlöten (Farnell, Molex 47018-2001 67492-9220 siehe weiter unten) * kleiner Elko bzw. Tantalkondensator, 100-150 uF/mind. 6.3V (max. Bauhöhe beachten) * etwas Isolierband * ca 20 cm Datenkabel, nicht zu dünn, ev. passenden Schrumpfschlauch dazu * optional einige Weichgummipads bzw. -matte zum selbst zurechtschneiden (1/2 mm dick) * und natürlich eine 2.5"-SATA-Festplatte (max. 9.5mm hoch) --- Der A110 muss komplett zerlegt werden, das Mainboard am besten ganz herausnehmen. Dazu kann man die Anleitung für die RAM-Aufrüstung nutzen. Tipp: Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie den Kleinen wieder zusammenbekommen, hilft das Fotohandy oder die DigitalCam. Zunächst sollte das SATA-Kabel zerlegt und die Stecker vom Kabel getrennt werden. Die Kontakte relativ kurz bündig abschneiden. 11 Stücke Kabel von ca 1.5 cm Länge zurechtschneiden, Spitzen abisolieren und verzinnen. Danach zuerst die 7 Daten-Kabel mit dem SATA-Stecker und dem Mainboard verbinden (Steckerorientierung beachten - Platte wird 'kopfstehend' eigebaut), Schrumpfschlauch für die Sicherheitsisolierung (falls gewünscht) nicht vergessen, jedes 2. Kabel reicht. Der zweite Stecker - die Stromversorgung - muss mit jeweils 2 Kabeln an GND und 5V angeschlossen werden; die Uv des Stromsteckers besteht auf dem Mainboard aus jeweils einem Pin-Trio, Belegung von der Mitte innen nach aussen gesehen: 01...03 +3.3V 04...06 GND 07...09 +5V 10...12 GND 13...15 +12V Alternativ kann man natürlich auch einfach den Orginalstecker besorgen und anlöten - Farnell soll für ungefähr 2 Euro einen im Angebot haben. Ganz radikale Naturen können sich den Stecker auch ganz sparen und die Platte direkt verlöten. ---- Der oben angegebene Stecker ist auf die falsche Seite gewinkelt, und passt von der mechanischen Form überhaupt nicht! Und:\\ Farnell liefert nicht an Privatkunden, der hbe-shop aber: http://www.hbe-shop.de/katalog/index.php?a=711726&´, Link für den Originalstecker: http://de.farnell.com/molex/67492-9220/receptacle-smt-sata/dp/1078531 Wichtig ist die Teilenummer (67492-9220) denn nur dieser ist gewinkelt! ---- Lokalisieren Sie R364 (nahe SATA-Anschluss) und löten Sie entweder einen 0-Ohm-SMD-Widerstand ein oder setzen Sie einfach eine Lötbrücke. Gleich daneben befindet sich der Platz für den Stützkondensator, der unter Beachtung der Polarität eingelötet wird. Die Markierung bedeutet Plus, im Zweifelsfall mit dem Durchgangsprüfer/MM zuordnen. Nun kommt das Isolierband - an der Unterseite der Platine den Festplatten Bereich sauber und ruhig etwas grosszügiger abkleben. Auch die zweite Platine rechts (USB/SD/Audio) sollte an den relevanten Auflageflächen so behandelt werden. Jetzt muss nur noch das Gehäuse (am besten mit einem Dremel) von störenden Plastikteilen befreit werden. Anschliessend wird die Festplatte angesteckt und ggf. noch etwas mit Weichgummipads eingepasst. Diese leichte mechanische Entkopplung ist für die Funktion nicht wirklich nötig, aber bei etwas "brummligen" Festplattentypen doch eher anzuraten. Einem Headcrash durch rüde Behandlung oder Fallexperimente entgeht man mit einer kleinen Gummiauflage nicht - dafür wäre schon eine aufwändige Gel-Lagerung (Toughbook?) nötig. Tipp: Wenn Sie an der Garantie Ihrer Festplatte hängen, kleben Sie nichts direkt dort auf, auch wenn das einfacher erscheint. Im Fehlerfall könnte der Hersteller erfolgreich die Reparatur verweigern. Kontrollieren Sie nochmal alles nach, besonders auf Kurzschlüsse/Lotbrücken (ggf mit der Lupe) und nehmen Sie Ihren Acer in Probebetrieb - wenn die Festplatte im BIOS auftaucht, hat alles geklappt. Sie werden sich wundern, wie schnell Ihr A110 auf einmal sein kann. Tipp: Wenn der Acer nach einigen Sekunden einfach wieder ausgeht, haben Sie vermutlich - wie ich - leider vergessen, den Lüfter wieder anzustecken ;-) Es gibt mindestens eine bebilderte [[http://www.theacerguy.com/2009/01/aspire-one-a110-25-sata/|Umbauanleitung]] (engl.) im Netz. Allerdings rate ich davon ab, diesen Stecker ohne weitere mechanische Fixierung direkt mit dem Mainboard zu verlöten - beim Ein-Ausbau hängt die Platte lose an diesem Stecker, das könnte zu Kontaktabrissen und damit zur Beschädigung des Boards führen. Flexible Kabel oder der Orginalstecker sind hier vielleicht doch besser. Zusatz-Tipps: Sichern Sie zuerst die Daten Ihrer SSD, denn wenn die Festplatte mal fest installiert ist, haben Sie darauf keinen Zugriff mehr. Das BIOS wird der SATA-Platte den Vorzug geben und eine gleichzeitig angesteckte SSD ignorieren. Sie können dann zwar die HD nochmal ausbauen/abstecken - aber andersherum ist es halt einfacher. Fertigen Sie von Ihrer SSD-Bootpartion ein Image an. In der Regel kann es auf die SATA-Platte problemlos direkt übernommen werden. Man spart sich damit die Neuinstallation. Die passende Festplatte zu finden ist momentan alles andere als leicht. Die meisten sogenannten Notebookfestplatten sind alles andere als ergonomisch: einige haben immenses Grundrauschen (hört sich an wie starkes Lüftergeräusch), andere sind Stromfresser mit starker Hitzeentwicklung, wieder andere vibrieren oder nerven mit seltsamen periodischen Klickgeräuschen. Ich habe lange gesucht und wurde fündig, daher meine Empfehlung: Samsung HM160HI - günstig, sehr leise, kaum Grundrauschen, so gut wie kein hörbares Zugriffsgeräusch, stromsparend und wird nicht heiss. Optimal, aber etwas teurer ist eine 2,5"-SATA-SSD, z.B. von Transcend. Kostenpunkt ca. 160 €, dafür bekommt man 64 GBytes mit effektiv 80 MB/s Schreiben und 120 MB/s Lesen bei minimaler Stromaufnahme, maximaler Stoßfestigkeit und Null Geräusch. --- Trotz sorgfältiger Erstellung Irrtümer und Fehler vorbehalten. Anleitung ohne Gewähr. keine Haftung (TS)